18. Oktober 2017

Aspire to inspire others and the universe will take note!

Ich bin nicht sicher, ob das hier der richtige Platz ist, um Abschied zu nehmen. Aber ich versuche es trotzdem.

Auf Manches sind wir nicht vorbereitet

 

Ich habe die letzten zwei Wochen über Vieles nachgedacht. Vielleicht auch zu viel nachgedacht. Einiges davon soll hier einen Platz finden, denn wir haben Abschied genommen von einem uns sehr lieben Menschen. Ich kann gar nicht sagen, dass ich eng befreundet mit ihr war, vielmehr gut bekannt mit dem Gefühl – da kann jederzeit noch eine wunderbare Freundschaft entstehen. Denn Juliane hat ihm wahrsten Sinne des Wortes mich bei jedem Treffen „inspiriert“ durch ihre fröhliche, kluge, entschiedene, humorvolle und lebensbejahende Art. Nichts schien ihr unmöglich, alles diskutierbar und jedes Problem lösbar. Warum auch nicht. Sie war jung, sie war klug, sie wurde geliebt, sie hat geliebt, sie hat Fehler gemacht, sie hat aus Fehlern gelernt, sie hat gelebt und das Leben in all seinen Chancen und Widrigkeiten angenommen. Und nun ist sie gegangen. Einfach so an einem Donnerstag Nachmittag – dem Geburtstag meiner Mutter – gestorben an einem Anorisma in wenigen Stunden. Mit 34 Jahren aus dem Leben gerissen und das Universum hat davon Notiz genommen. Denn Juliane hat Viele inspiriert und hinterlässt eine große Lücke. Am Geburtstag meiner Tochter kam die Einladung zu Ihrer Beerdigung und an meinem Geburtstag habe ich mit vielen Anderen an ihrem Grab geweint. Drei Geburtstage unserer Familie standen so irgendwie im Zeichen von Julianes Tod – über diese beklemmende Tatsache rätsele ich noch.

Julianes zwei Kinder sind noch sehr klein und eine Freundin von ihr hat uns gebeten, eine oder mehrere Erinnerungen, die wir mit ihrer Mutter verbinden, aufzuschreiben, falls die Mädchen später Fragen haben.  Ich komme diesem Wunsch nur zu gerne nach.

 

Begegnungen, die deine Seele berühren hinterlassen Spuren, die nie verwehen

 

Liebe Ava, liebe Helene,

ich habe eure Mami vor (ich glaube) 10 Jahren kennengelernt. Sie war damals 24 Jahre alt und ich dagegen schon eine alte Schachtel und fast 40. Eure Mami war voller Energie, Lebenslust und vielen Plänen. Ich fand sie toll und habe mich immer gefreut, sie zu sehen. Oft war das nicht, denn damals hatte ich zwei Kinder im Alter von 6 und 9 und verbrachte viel Zeit auf Spielplätzen und Eure Mami in der Universität. Aber wir haben uns nicht aus den Augen verloren und wann immer wir uns trafen mit Eurem Papi und meinem Mann haben wir vor allem eines getan: uns wunderbar unterhalten bei gutem Essen und schönem Wein. Diese Gespräche waren nie oberflächlich oder gezwungen, sondern immer durchdrungen von gegenseitigem Interesse und es durfte auch viel gelacht werden! Ich habe Eure Mami als eine sehr interessierte, warmherzige und auch freche Frau mit einer tollen Ausstrahlung erlebt. Die hat sie an Euch weitergegeben, denn manchmal wart ihr noch dabei, wenn wir gemeinsam – meist nach Rezepten vom Kochhaus bei Euch in der Küche – gekocht haben. Wobei ehrlich gesagt haben Christian (mein Mann) und ich nur Wein getrunken und N. und Juliane haben gewirbelt. Die Aufgaben waren klar verteilt, denn ich habe Eure Mami auch als einen sehr strukturierten und klaren Menschen erlebt – sie hatte Ziele und kannte den Weg dort hin. Eines ihrer wichtigsten Ziele war, eine wunderbare Mami zu sein und das war sie und sie war es so gern, das hat man immer gespürt und jeder ihrer Erzählungen über Euch angemerkt. Eure Mami war ein Mensch, der viel Ausstrahlung, Wärme und echtes Interesse an Anderen versprüht hat. Als ich den Satz:

„Aspire to inspire others and the universe will take note“

gelesen habe, ein paar Tage nach der Beerdigung, musste ich sofort an sie denken. Sie hat sehr viele Menschen berührt, mich und viele andere, das habe ich auf Ihrer Beerdigung schmerzlich gespürt. Ich wünsche mir sehr, dass die wenige Zeit, die ihr mit ihr hattet, Euch eine stabile Basis ist für ein fröhliches, buntes und inspirierendes Leben – sie hätte es sich gewünscht und wir hoffen wir können Euch dabei etwas unterstützen.

Alles Liebe Natali

Hinterlasst Spuren – solche die nicht verwehen!

Warum schreibe ich diesen Brief hier auf dem Blog?

Weil sich in meiner Wahrnehmung in den letzen zwei Wochen viel verändert hat. Mehr denn je glaube ich, ist es wichtig, sich für die wirklich wichtigen Dinge Zeit zu nehmen. Für mich gehören dazu vor allem meine Familie und meine persönlichen Kontakte. Das ist nicht immer leicht. Mein Mann weiß das und hat mir eine riesige Geburtstagsüberraschung bereitet. Ich hatte keinerlei Energie am Abend der Beerdigung von Juliane meinen Geburtstag zu feiern. Es schien mir sinnlos und falsch. Wobei ich sicher bin, sie hätte darüber anders gedacht. Dennoch – ich hatte nichts geplant und wurde unter fadenscheinigen Gründen um 17 Uhr aus dem Haus gelotst, um Dinge zu erledigen. Es war mir egal, ich wusste ohnedies nichts mit mir anzufangen. Als ich um 20 Uhr das Haus betrat, hüpften liebe Freunde wie im Film um die Ecke – einer spielte Happy Birthday auf dem Klavier, die anderen sangen und aus der Küche duftete es. Meine Kinder hatten eine lange Tafel aufgebaut, in der Küche wurde Pasta gekocht – ich war überwältigt. So nah können Freud und Leid an einem Tag zusammen kommen. In Gedanken liebe Juliane wo immer du bist habe ich mit Dir angestossen und das werde ich ab jetzt immer am 11.10. tun. Du hast viele Spuren hinterlassen und das ist schön – wir werden auf Ihnen wandeln mit Ava, Helene und N.! Versprochen!

 

 

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